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Duales Studium im Gesundheitswesen

Ich bin Dominik Wormsbächer, 23 Jahre alt und arbeite seit zwei Jahren bei den Vitos begleitenden psychiatrischen Diensten Marburg im Haus 14, als Gesundheits- und Krankenpfleger. Ich wage nun ein neues Kapitel in meiner beruflichen Laufbahn und habe letzte Woche mit einem von Vitos geförderten Studium begonnen.

Fortschritt statt Stillstand

Als ich 2009 meine Ausbildung begonnen habe, war mir bereits klar, dass dies nicht das Ende meiner Karriere sein sollte. Ich wollte niemals ein Leben lang in nur einer erworbenen Berufsqualifikation tätig sein. Viel wichtiger war es mir, viele Facetten im Beruf der Pflege und Medizin kennenzulernen. Dies geschah bereits in meiner Ausbildung. Ich lernte sämtliche Bereiche der somatischen und therapeutischen Pflege/Medizin kennen. Von Chirurgie über Neurologie bis hin zur Gynäkologie interessierte mich die Psychiatrie jedoch am meisten. Mir hat es nie gefallen, wie die Pflege und Therapie in einem Krankenhaus stattfindet. Es wird nach dem „Fließband-Prinzip“ gearbeitet und man geht viel zu wenig auf den Patienten an sich ein, weil Zeit und finanzielle Abhängigkeit im Vordergrund stehen. Das wollte ich ändern. Die Begleitung eines erkrankten Menschen über einen längeren Zeitraum und die individuelle abgestimmte Therapie stehen für mich dabei im Fokus. Man kann Fortschritte viel besser erkennen und Rückschritte im Genesungsverlauf frühzeitig beurteilen.

Individuelle Weiterbildungswünsche

Innerhalb eines Mitarbeitergesprächs im November 2013, bei dem es um Zufriedenheit, Kritik und Verbesserungsvorschläge ging, sprachen wir über die Möglichkeit zur Weiterbildung bei Vitos, über ein Studium. Ich erzählte, dass ich mir vorstellen könne, in Zukunft in einer Führungsposition zu arbeiten und vielleicht selber ein Team oder eine Einrichtung mit zu organisieren. Außerdem wäre es mir wichtig, aus dem Schichtdienst herauszukommen, ohne die Leidenschaft zur Betreuung von psychisch erkrankten Menschen aus den Augen zu verlieren. Mir war bewusst, dass dies nur durch Weiterbildungen möglich sein wird.

„Psychiatric Nursing“ Student ohne Abitur

Vitos bringt jedes Jahr einen Fort- und Weiterbildungskatalog heraus. Ich informierte mich über den Studiengang „Social Management B.A.-Healthcare“ mit dem Schwerpunkt „Psychiatric Nursing“. Den bietet Vitos in Kooperation mit der Akademie der Steinbeis Hochschule Berlin, Studienzentrum Marburg seit 2013 an. Die Studienthemen in Verbindung mit einem über die Semester begleitenden internen Projekt haben mich sofort angesprochen. Auch die Pflege als Profession anzubieten, was sehr innovativ ist, hat mich begeistert. Die Zugangsvoraussetzungen neben einem Abitur, welches ich nicht besitze, habe ich zum Studienbeginn im September 2014 erfüllt. Zum einen eine abgeschlossene Berufsausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger, zum anderen drei Jahre Berufserfahrung in einem psychiatrischen Berufsfeld.

Vitos Stipendium

Die Studiengebühren waren für mich jedoch nicht bezahlbar. Ich bekam daher die Info, mich doch um ein Stipendium bei Vitos zu bewerben. Vitos vergibt jährlich Stipendien, um Mitarbeitern die Chance einer solchen Weiterbildung zu bieten.

Ich bewarb mich und wurde durch ein Bewerbungsverfahren ausgewählt. Kurz darauf unterschrieb ich den Studienvertrag.

„Wer weiter kommen will, geht diesen Weg“

Das Studium verläuft dual neben der Arbeit. Es gibt jeden Monat Vorlesungen, für die ich von der Arbeit freigestellt werde. Dies sind meistens zwei Tage im Monat.

Ein Jahr Bürokratie, Formulare und Verträge, Zittern und Bangen, ob es klappt, liegen nun hinter mir. Ich bin stolz, schon so weit gekommen zu sein und wissenshungrig, Neues kennenzulernen. Ich weiß, Schichtdienst mit Vollzeit und Studium, bei dem das meiste zu Hause erlernt werden muss, und das für drei Jahre, wird eine harte Zeit. Es wird immer „Hochs und Tiefs“ geben. Und wenn der Stoff härter wird, wird man die Zähne zusammen beißen müssen. Doch wer weiter kommen will, geht diesen Weg!