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„Mein Beruf ist spannend und vielseitig“

Meine Arbeit als Erzieherin in der Wochengruppe Apfelgarten

Die Erzieherin Kerstin Behlmann ist Teamleiterin der Wochengruppe Apfelgarten bei Vitos Teilhabe. Hier berichtet sie von ihrem Arbeitsalltag.

Ich bin Teamleiterin in der Wochengruppe Apfelgarten. Derzeit wohnen elf Jungs im Alter zwischen acht und 17 Jahren bei uns, die Wochenenden und die Hälfte der Ferien verbringen sie bei ihren Familien. Für die Unterbringung in unserer Wochengruppe kann es sehr unterschiedliche Gründe geben, zum Beispiel schwerwiegende schulische Probleme oder Eltern, die mit der Erziehung überfordert sind. Wie lange ein Kind bei uns bleibt, ist ebenfalls sehr unterschiedlich: Manche Kinder können nach einiger Zeit wieder ganz bei ihrer Familie leben. Andere bleiben bis zum Schulabschluss oder ihrer Volljährigkeit bei uns.

Feste Strukturen und verbindliche Regeln – wie in einer Familie

Der Tagesablauf einer Wohngruppe ähnelt dem in einer Familie

Der Tagesablauf einer Wohngruppe ähnelt dem in einer Familie

Es gibt feste Strukturen und verbindliche Regeln, an die sich die Kinder und Jugendlichen halten müssen. Unser Team besteht aus sechs Erziehern und einer Hauswirtschaftskraft. Wir arbeiten in drei Schichten, Früh-, Spät und Nachtdienst bzw. Nachtbereitschaft. An den Wochenenden haben wir frei, weil die Kinder dann nach Hause gehen. Sonntags um 16 Uhr wird die Gruppe wieder geöffnet und die Kinder und Jugendlichen reisen an.

Der Tagesablauf einer Wohngruppe ähnelt dem in einer Familie. Morgens wecke ich die Kinder, wir frühstücken gemeinsam, bevor alle in die Schule gehen. Am Vormittag stehen administrative und organisatorische Aufgaben an. Ich kläre dann Dinge mit dem Jugendamt oder mit den Schulen, vereinbare für die Kinder Termine mit Ärzten oder Therapeuten und Ähnliches. Nach dem Mittagessen folgt die Hausaufgabenbetreuung. Am Nachmittag haben die Kinder Zeit für ihre Hobbys, Verabredungen mit Freunden oder sie spielen auf dem Gelände. Manchmal stehen auch Arzttermine an. Um 18 Uhr essen wir alle gemeinsam zu Abend. Es ist oft die einzige Gelegenheit, bei der alle gemeinsam an einem Tisch sitzen. Dabei kommen alle ins Gespräch miteinander und reflektieren den Tag. Abends bringe ich die Kinder zu Bett, je nach Alter zu unterschiedlichen Zeiten und begleitet von unterschiedlichen Ritualen.

Hilfe bei den Hausaufgaben

Hilfe bei den Hausaufgaben

Als Erzieherin sollte man ein großes Herz haben

Meinen Alltag empfinde ich als sehr abwechslungsreich, denn ich muss stets flexibel auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Ich möchte ihnen nicht alle Hürden aus dem Weg räumen, sondern ihnen Hilfestellungen geben, damit sie die Hürden selbst überwinden können.

In vielen Fällen gelingt es uns, für die Kinder ganz viel zu erreichen, sie zu stärken und auf ihrem Weg zu begleiten. Wir beziehen die Familien mit ein, deshalb ist unsere Arbeit sehr nachhaltig und wirkt auch dann noch, wenn die Kinder wieder in den elterlichen Haushalt zurückkehren. Das ist schön und wiegt für mich die wenigen Fälle auf, in denen wir uns sehr engagieren und dann leider trotzdem nicht weiterkommen.

Als Erzieherin sollte man ein großes Herz haben. Man muss sich auf die Kinder einlassen können und bereit sein, etwas von sich als Mensch einzubringen. Natürlich ist es auch wichtig, sich wieder abgrenzen zu können und den privaten und beruflichen Alltag nicht zu vermischen. Mir hilft dabei die 30-minütige Autofahrt auf dem Weg zur Arbeit und zurück, dabei kann ich gut abschalten.

Als Herausforderung erlebe ich es, auf personelle Engpässe zu reagieren. Bei Krankheitsfällen müssen wir das im Team auffangen, denn die Betreuung für die Kinder muss immer gewährleistet sein. Für mich ist die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen enorm wichtig. Wir tauschen uns ständig aus, geben uns gegenseitig Rat und unterstützen uns. Das schätze ich sehr. Ich glaube, das Teamfähigkeit eine besondere Voraussetzung ist, um diesen Beruf gut ausüben zu können.

Ein starkes Team: Kerstin Behlmann mit ihrer Kollegin Sara Bettini

Ein starkes Team: Kerstin Behlmann mit ihrer Kollegin Sara Bettini

Vitos erlebe ich als einen sehr familienfreundlichen Arbeitgeber, zum Beispiel gibt es hier flexible Arbeitsmodelle (Teil- oder Vollzeit). Außerdem ist das Arbeiten sehr transparent: Die Mitarbeiter werden einbezogen und haben Mitsprachemöglichkeiten. Und nicht zuletzt schätze ich die vielfältigen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Bildquelle: Dennis Möbus