Kategorie:Psychiatrie Hessen

DGPPN-Kongress 2019
Eindrücke vom größten europäischen Psychiatriekongress

Welche Chancen bieten digitale Behandlungsangebote? Und welchen sozialen, politischen und kulturellen Einflüssen unterliegt die psychiatrische Versorgung? Antworten auf diese und weitere Fragen versprach der diesjährige Expertengipfel in Berlin. Von meinen Eindrücken des diesjährigen DGPPN-Kongresses möchte ich hier berichten.

„Mit Heranwachsenden müssen wir anders umgehen“

Längst nicht mehr Kind, aber auch noch nicht erwachsen: Heranwachsende, die psychisch erkranken, fallen nicht selten aus den etablierten Versorgungsstrukturen heraus. Bei Vitos gibt es deshalb seit Kurzem eine Station für Adoleszente. PD. Dr. med. Harald Scherk, Klinikdirektor des Vitos Philippshospitals Riedstadt, und Dr. med. Annette Duve, Klinikdirektorin der Vitos Klinik Hofheim in Riedstadt, stellen ihr Konzept zur Behandlung heranwachsender Patienten vor.

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Wenn die eigene Bedürfnisbefriedigung zur zentralen Anspruchshaltung wird

Aggressionen und Gewalt sind Teil der menschlichen Persönlichkeitsentwicklung, die wir seit jeher brauchen, um uns gegen eine feindliche Umwelt durchzusetzen. Heute jedoch reagieren immer mehr Menschen aggressiv, obwohl es, objektiv gesehen, gar keinen Grund dafür gibt. Etwa dann, wenn sie Rettungskräfte bei ihrer Arbeit behindern oder Feuerwehrleute im Dienst angreifen.

Wie kommt es, dass Fairness und gegenseitige Rücksichtnahme aus der Mode gekommen zu sein scheinen? Was macht es mit einer Gesellschaft, wenn die eigene Bedürfnisbefriedigung zur zentralen Anspruchshaltung wird?

Entstigmatisierung psychisch kranker Menschen

„Wir müssen raus gehen in die reale Welt“

Menschen mit psychischen Erkrankungen fühlen sich häufig stigmatisiert. Sie haben Angst vor Ablehnung oder Vorbehalten, die ihnen begegnen. Sicherlich zu recht. Aber: Wir als psychiatrische Behandler haben viel zu oft das Bedürfnis, unsere Patienten und Rehabilitanden zu schützen und sie mehr als nötig abzuschirmen. Ich bin davon überzeugt: Wir können der Stigmatisierung von psychisch kranken Menschen nur begegnen, in dem wir uns mit den Patienten raus wagen in deren realen Lebensbezug. Nur so gelingt Normalität für ein Leben mit psychischer Erkrankung.

Wenn die Nacht zum Fürchten wird
Schlafstudie des Vitos Waldkrankenhauses Köppern beschäftigt sich mit Albträumen

Albträume sind ein universelles Phänomen. Obwohl fast jeder von uns im Laufe seines Lebens selbst mindestens einen Albtraum erlebt hat, wissen Forscher noch immer nicht genau, was einen Albtraum auslöst oder was während eines Albtraums im Gehirn passiert. In der Abteilung für psychiatrische Neurophysiologie im Vitos Waldkrankenhaus Köppern versuchen wir, genau das zu erforschen.

Das eigene Selbstmanagement unter die Lupe nehmen
Warum Optimierung nicht das Maß der Dinge sein sollte

Erfolg scheint die Maxime des Handelns in der heutigen Zeit zu sein. Damit einher geht der ständige Drang, sich zu optimieren und mehr zu leisten. Doch wie definieren wir Erfolg? Gilt es, den Vorstellungen anderer gerecht zu werden oder den eigenen Bedürfnissen nachzugehen? Und welche Bedürfnisse habe ich eigentlich?

Täglich werden wir privat und beruflich vor zahlreiche komplexe Entscheidungen gestellt, die unser Fühlen, Denken und Handeln beanspruchen. Diese Komplexität kann viele Menschen überfordern. Sogar so sehr, dass sie in eine psychische Erschöpfungsspirale geraten.

„Home Treatment stärkt die Patienten“

Akut psychisch kranke Menschen müssen nicht immer stationär behandelt werden. Es gibt alternative Behandlungsformen. Eine davon ist das Home Treatment, das die Vitos Klinik Bamberger Hof in Frankfurt bereits seit 19 Jahren anbietet. Die leitende Klinikärztin Dr. Barbara Bornheimer schildert im Interview ihre Erfahrungen mit der ambulanten psychiatrischen Akutbehandlung, kurz APAH.