Und plötzlich ist alles anders – oder doch nicht?
Das Coronavirus und der Klinikalltag in der Psychosomatik

Das Coronavirus bestimmt seit einigen Wochen unseren Alltag. Das Thema steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Sozial zu sein, bedeutet plötzlich, auf Abstand zu gehen. Dass wir derzeit einer Ansteckung aus dem Weg gehen und Rücksicht auf unsere Mitmenschen nehmen, ist wichtig. Neben den ernsten gesundheitlichen Folgen, die durch das Virus ausgelöst werden können, dürfen wir jedoch andere Erkrankungen nicht aus dem Blick verlieren. Wie zum Beispiel die psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. Dr. Thorsten Bracher, Klinikdirektor der Vitos Klinik für Psychosomatik Eltville, erläutert, welche Rolle das Virus im Klinikalltag spielt und was Menschen allgemein tun können, um ihre Psyche dieser Tage zu schützen.

Familienleben im Shutdown
„Wir müssen jetzt das Beste daraus machen“

Das Coronavirus und seine Folgen stellt Familien vor enorme Herausforderungen: Schulen, Kindergärten, Spielplätze sind geschlossen. Das Vereinsleben liegt bracht, Verabredungen mit Freunden sind ausgesetzt. Die Eltern müssen irgendwie den Arbeitsalltag organisieren – und nebenbei die Betreuung, Beschulung und Beschäftigung der Kinder.

Wie das Familienleben auch im Shutdown funktionieren kann, lässt sich von den Profis abschauen. Zum Beispiel von Sara Bettini, Erzieherin bei der Vitos Jugendhilfe. Derzeit organisiert sie in der Wohngruppe Walsdorf gemeinsam mit zwei Kollegen den Alltag von neun Kindern im Alter zwischen neun und 17 Jahren.

„Fremdschutz ist Selbstschutz“
Das Coronavirus und seine Folgen für unser Miteinander

Und plötzlich ist nichts mehr, wie gewohnt: Schulen sind geschlossen, Veranstaltungen abgesagt, das Arbeitsleben eingeschränkt. Das Coronavirus und die Maßnahmen, die seine Ausbreitung verhindern sollen, wirken sich auf unser aller Alltag aus. Und auf unseren Umgang mit anderen. Wir möchten uns vor Ansteckung schützen. Und tun uns doch mit den Präventionsmaßnahmen schwer. Wir gehen auf Abstand, einerseits. Und sorgen uns um unsere Mitmenschen, andererseits. Das Coronavirus verändert unser soziales Leben, unser Miteinander. Wie genau, erklärt Professor Dr. Matthias Wildermuth im Interview.

Ich bin beeindruckt von Schweden

Vitos Teilhabe beteiligt sich an Erasmus+ Projekt 

Holzhäuser, Minusgrade und eine malerisch verschneite Winterlandschaft – so hat sich das Gastland Schweden präsentiert, das wir im Januar für ein Erasmus+ Projekt besucht haben. Was mich aber noch mehr beeindruckt hat: Die positive Grundhaltung der Schweden, ihre Offenheit und die Einstellung, Veränderungen als Chance zu begreifen. Für unsere Arbeit bei Vitos Teilhabe konnten mein Kollege Jan Diefenbach und ich sehr viel mitnehmen – insbesondere dank des Einblicks in die schwedische Arbeitswelt.

Internationale Musikwelt zu Gast bei Vitos
300. Konzert in der Klinikkapelle

Am vergangenen Samstag fand das 300. Konzert in der Kapelle des Vitos Klinikum Gießen-Marburg statt. Seit 2008 organisiert Rainer Römer die erfolgreiche Konzertreihe. Von Klassik über Jazz und Pop bis hin zu Blues ist für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Rainer Römer berichtet, wie aus einem Zufall eine etablierte Veranstaltungsreihe entstanden ist, die sogar die Cousine von Bob Dylan nach Gießen lockt.

Wieder unbeschwert toben und spielen
Zusammenarbeit des Verein Friedensdorf International und der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel

Eine schwere Knochenentzündung plagte Zalmai und Islamuddin bereits seit Jahren. Bei Zalmai war der Oberschenkelknochen stark entzündet, bei Islamuddin das Schienbein. Aufgrund der starken Schmerzen waren beide weitgehend in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Da eine medizinische Behandlung in ihrer Heimat in Afghanistan ohne Erfolg war, wurden sie vom Verein Friedensdorf International nach Deutschland gebracht.

Stimulationsverfahren in der Psychiatrie
Alternative Behandlung für schwer kranke Patienten

Wenn Patienten sehr schwer an einer Depression oder an einer Schizophrenie erkrankt sind, kommen für die Behandlung Stimulationsverfahren in Frage. Sinnvoll ist das vor allem dann, wenn die Patienten auf andere Formen der Behandlung – also Medikamente und Psychotherapie – nicht ausreichend ansprechen. Das Vitos Klinikum Heppenheim hat seit 2018 ein Stimulationszentrum aufgebaut. Psychisch kranke Patienten werden dort mit verschiedenen Stimulationsverfahren behandelt. An Behandlungsverfahren werden die Lichttherapie, die Wachtherapie, die Vagusnervstimulation, die Magnetstimulation sowie die Elektrokrampftherapie vorgehalten. Prof. Dr. med. Thomas Rechlin und Dr. med. Birgit Holfelder stellen das Stimulationszentrum im Interview vor.

Essen ist Balsam für die Seele
Gemeinsam Kochen bei Vitos Teilhabe

Eine frischgekochte Mahlzeit ist nicht nur Nahrung für den Körper, sondern tut auch der Seele gut. Für manche ist Kochen ein Hobby oder gar eine Leidenschaft, für andere eher ein notwendiges Übel. So oder so – Kochen ist fester Bestandteil unseres alltäglichen Lebens. Daher wird auch bei Vitos Teilhabe gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern gekocht.

Depressionen in den Wechseljahren
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Antje, 52, ist immer ein ausgeglichener Mensch gewesen. Seitdem sie 49 ist, erkennt sie sich selbst nicht wieder. So manche Nacht verbringt sie schlaflos. Am frühen Morgen peinigen sie Gedanken an ihren Job. Sie macht sich Sorgen um die Familie, ihren Mann, ihre betagte Mutter. Gerädert steht sie auf, schleppt sich müde zur Arbeit. Dort bricht sie schon mal in Tränen aus. Schnell wird ihr alles zu viel. Sie, die früher alles mit Zuversicht angegangen ist, reagiert zunehmend ängstlich. Im Auto ist ihr am Steuer schon einige Male schwindelig geworden. Ihr Mann musste sie abholen. In anderen Phasen sind diese Beschwerden wie weggeblasen.

Antje ist kein Einzelfall. Viele Frauen erleben in der Zeit um die Menopause eine Verschlechterung ihres psychischen Befindens. Stimmungslabilität und Reizbarkeit, Nervosität, Schlafstörungen und tiefe Niedergeschlagenheit sind typische Symptome. Selbst „richtige“ Depressionen können in dieser Zeit vermehrt auftreten.